|
Basel
II - Herausforderung für Banken! Kreditinstitute spielen eine immer wichtigere Rolle in modernen Volkswirtschaften. Immer mehr Unternehmen nehmen immer größere Kredite auf, die Eigenkapitalquote singt und die Anleger erwarten immer größere Renditen. Angesichts dieses Marktdrucks ist der professionelle Umgang mit Kredit-, Markt-, Liquiditäts- und anderen Risiken eine der wichtigsten Leistungen von Kreditinstituten. Dass solcherart Risiken nicht zu Instabilitäten im Finanzsektor führen, dafür wurden besondere Aufsichtsregeln für Kreditinstitute geschaffen, unter denen die Eigenkapitalregeln eine herausragende Rolle einnehmen. Eine risikoadäquate Eigenkapitalausstattung – so wichtig diese auch ist – kann die Solvenz einer Bank und die Stabilität des Bankensystems alleine nicht gewährleisten. Entscheidend ist letztlich das von der Geschäftsleitung bestimmte Risiko- und Ertragsprofil einer Bank in Verbindung mit deren Fähigkeit, die eingegangenen Risiken zu steuern und dauerhaft zu tragen. Der Baseler Ausschuss will daher darauf hinwirken, dass die bankeigenen Risikosteuerungssysteme weiter verbessert und diese durch die zuständigen Aufsichtsinstanzen überprüft werden. Mit diesem neuen Element wird in Deutschland und vielen anderen Ländern, in denen die Aufsichtstätigkeit bisher vor allem durch die Analyse von Meldungen und Berichten der Banken sowie der Prüfungsberichte der Wirtschaftsprüfer gekennzeichnet ist, ein Paradigmenwechsel zu einer stärker qualitativ ausgerichteten Bankenaufsicht vollzogen. Darüber hinaus ist eine Erweiterung der Offenlegungspflichten für Banken vorgesehen, um die disziplinierenden Kräfte der Märkte komplementär zu den regulatorischen Anforderungen zu nutzen. Der neue Baseler Eigenkapitalakkord besteht daher aus drei sich gegenseitig ergänzenden Säulen, um die Stabilität des nationalen und des internationalen Bankensystems besser abzusichern. Säule 1:
Mindestkapitalanforderungen Für die Banken bedeutet dies bis zum entgültigen Inkrafttreten zum 1. Januar 2007 einen enormen Handlungsbedarf, denn Sie müssen die EDV-gestützte Analyse in Ihren Häusern in den Bereichen Risikoanalyse, Profitanalyse und Bilanzanalyse deutlich ausbauen oder zumindest anpassen.
|